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Queen Elizabeth

Kurzreise nach Oslo

Stefanie Schöne
  1. Tag

    Am 11.05.2014 startete ich mit meiner Gruppe von Kreuzfahrten Sinning aus Ostfriesland Richtung Hamburg, um die jüngste Queen von Cunard – Queen Elizabeth – während einer kurzen Reise von vier Nächten kennen zu lernen.

    Sonntags morgens früh gestartet, erreichen wir den Grasbrook-Terminal im Hamburger Hafen, Hafencity, pünktlich kurz vor Mittag. Obwohl schon seit 10 Jahren dort, sieht der Grasbrookterminal etwas unkonventionell aus – die Wände des Gebäudes bestehen aus übereinander gestapelten Schiffscontainern – sehr passend für Hamburgs riesigen Container-Umschlaghafen – versehen mit einer Dachkonstruktion.

    Dieser Sonntag ist der letzte Tag des 825. Hafengeburtstages, bisher verregnet – was den Schaulustigen und Besuchern, die zu diesem Event in die Stadt strömen, aber kaum Abbruch tut: Es sind trotzdem sehr viele Menschen am Anleger, dazu kommen noch die anreisenden Gäste, von denen viele früh zum Beginn des Check-in erschienen sind – also warten wir in einer Schlange auf den Beginn der Check-in-Formalitäten.

    Über einen kurzen Weg geht es incl. Handgepäcks-Check über die Gangway aufs Schiff und wir werden von einem Spalier des CUNARD-Personals am Eingang begrüßt und in die gewünschte Richtung geleitet.

    MS Queen Elizabeth ist die jüngste der drei Queens von CUNARD, getauft im Oktober 2010 von Ihrer Namensgeberin, HRH Elizabeth II., der britischen Königin, die uns an Bord überall begegnen wird. Mal lächelt sie von einem Porträt, dann wieder sind Abzeichen, Standarten und Auszeichnungen ausgestellt, an vielen Wänden und zentralen Punkten des 294 m langen Schiffes. Das Schiff hat 1.034 Kabinen für eine Passagierkapazität von 2.068 Gästen, dem gegenüber stehen 1.003 Crewmitglieder, wir haben also ein Gäste-Crew-Verhältnis von ca. 2:1.

    Ihre Schwestern sind ein klein wenig älter:


    Queen Mary 2, das Flaggschiff der CUNARD-Flotte von 2004 ist rund 50 m länger (und mit 72 m sogar höher als die Freiheitsstatue) und hat 1.310 Kabinen für 2.620 Gäste sowie 1.253 Crew-Mitglieder. Mit ihrer elektrischen Anlage könnte die QM2 Strom für eine Stadt mit 200.000 Einwohnern erzeugen. In Hamburg wird die größte der Queens häufig mit großer Begeisterung empfangen – egal, ob ein kurzer Werftaufenthalt ansteht oder Gäste an Bord gehen, meist säumen viele Seh-Fahrer die Ufer, um das riesige Schiff zu sehen und zu winken. Im Sommer 2014 jährte sich der erste Anlauf der QM2 zum zehnten Mal, was natürlich mit einem Fest gebührend gefeiert wurde.

    Queen Victoria, getauft Dezember 2007, ist zwar gleich lang wie unsere Elizabeth, aber etwas kleiner, was die Gäste- und Crewzahlen betrifft: 995 Kabinen für 1.990 Gäste, dazu 981 Crewmitglieder. Queen Victoria fährt bisher hauptsächlich Mittelmeerstrecken, teilweise ab Southampton.
    An Bord angekommen, gleich die erste angenehme Überraschung: Die Kabinen sind bereits frei gegeben und können sofort bezogen werden und auch mein Koffer ist nach einer kurzen Weile schon in der Kabine angekommen.

    Meine Kabine liegt auf Deck 5, innen, ist recht geräumig und bequem geschnitten und liegt, wie ich kurz danach feststellen werde, sehr günstig: Nur zwei Türen vom hinteren Treppenhaus und den Liften entfernt – damit ist man sehr schnell ein paar Decks tiefer am Hauptrestaurant Brittannia, dem großen Speisesaal mit zwei Etagen, in dem allen Gästen aus den Brittannia-Kategorien allabendlich eine leckere Speisenauswahl serviert wird.

    Für die abendliche Dinner gibt es feste Zeiten und Tischplätze, um 18.00 Uhr oder um 20.30 Uhr.

    Wenn ich es lieber etwas legerer mag und mich am Buffet bedienen möchte, bin ich ein paar Decks höher direkt am Eingang zum Lido-Buffetrestaurant. Das Lido liegt auf Deck 9, hat von den meisten Tischen eine wunderbare Aussicht aufs Meer und ist 24 Stunden rund um die Uhr geöffnet. Hier befindet sich auch die Getränkestation zur Selbstbedienung, mit Kaffeeautomaten, Tee in vielen Sorten, natürlich Wasser, Eistee, Hauslimonade und verschiedenen Säften. Natürlich kann man sich auf Wunsch aber auch Wein, Bier oder weitere Spezialitäten vom Kellner bringen lassen und aufs Bordkonto berechnen lassen. Ebenso gibt es auch Getränkepakete, z.B. für Softdrinks, die ab vier Nächten für die gesamte Reisedauer gebucht werden können.

    Am Abend wird ein kleinerer Teilbereich des Lidos zu einem Spezialitäten-Restaurant, für das man eine (kostenpflichtige) Reservierung benötigt.

    Ähnlich verhält es sich mit dem Verandah – dem Spezialitätenrestaurant, das ebenso reserviert werden sollte, da es auch nur wenige Plätze hat. Auf dieser Reise sind die Verandah-Plätze am Abend sehr begehrt, so dass man für die Abende keine Reservierung bekommt – ein Tipp für die nächste Reise, dies ggfs. bereits vorab zu tun.

    Nun aber erstmal über die Decks schlendern und das Schiff erkunden, bevor ich unsere Gäste zu einem kleinen Empfang im Commodoreclub auf Deck 10 wiedertreffe. Beim Auslaufen in den Abendstunden bietet sich eine phänomenale Aussicht von den Decks und fast jeder Gast sucht sich ein schönes Plätzchen, um seinerseits den an Land gebliebenen Menschen zuzuwinken. Abertausende säumen die Hafenkanten, es ist Hafengeburtstag, so dass sich noch mehr Menschen versammelt haben als sonst, um den ablegenden Ozeanriesen nach zu schauen. Ein wirklich ergreifendes Schauspiel, sowohl an Bord wie an Land. Auf den Decks werden von CUNARD kleine Papierflaggen zum Winken verteilt und der Himmel hat auch ein Einsehen: es bleibt trocken während der nächsten Stunden, so das man von Bord sehen kann, was die Hamburger alles aufbieten, wenn eine Queen den Hamburger Hafen verläßt: Winkende Menschen, vom Kleinkind bis zum Opa, Balkone, auf denen Bettlaken geschwenkt werden, Restaurants, an denen die britische Nationalhymne gespielt wird, und und und...  Dem einen oder anderen rutscht hierbei bestimmt ein Tränchen aus dem Knopfloch…

    Beim Abendessen am ersten Abend im Hauptrestaurant ist keine besondere Kleiderordnung erforderlich, die Kellner bringen einen zum Platz und die Karte folgt ganz fix, ebenso die Bestellung und das Servieren des Essens. Da das Schiff voll ausgebucht ist, staune ich über die Geschwindigkeit, mit der die Gänge serviert werden.

    Auf den meisten Schiffen geht es ja am Anreisetag etwas hektischer zu, auch die Queen Elizabeth macht hier keine Ausnahme, aber am Abend entspannt sich die Lage zusehends und das Schiff beginnt zu ‚leuchten‘ und strahlt eine sehr gemütliche Atmosphäre aus, jeder spaziert seiner Wege und erkundet die Decks.

    Es gibt eine zweistöckige Bibliothek, für den, der etwas zu lesen vergessen hat oder ein ruhiges Eckchen sucht, ein Spielzimmer mit klassischen Brettspielen und auf dem Platz davor im Flur einen großen Tisch, an dem angefangene Puzzles ausgelegt sind. Jeder kann passende Teile anlegen, es bleiben immer wieder Leute stehen und puzzeln gemeinsam.

    Es gibt verschiedene sehr geschmackvolle kleine Lädchen und Geschäfte, in denen neben den üblichen - Reedereisouvenirs oder auch Kleidung und Schmuck – auch typisch britische Mitbringsel, Bücher und sogar Handarbeitszeug angeboten werden.

    Spät abends geht es müde ins Bett und in den superbequemen Betten schläft es sich wie ein Murmeltier bis zum nächsten Morgen.


  2. Tag

    Der nächste Tag ist ein Seetag und man kann sich an Bord sehr schön entspannen, es gibt allerlei ruhige Plätzchen im Schiff und auf den Decks, das Promenadendeck ist komplett umrundbar und bei strahlendem Sonnenschein sucht man sich entweder einen bequemen Deckchair oder Kurzweil bei einem Spiel an der frischen Luft.

    Das Flair der alten Ozeanliner schimmert immer wieder durch, beim Spaziergang auf Deck oder beim Flaniern in den langen Gängen, eine Dame mit wagenradgroßem Hut wandelt durch die Ladengeschäfte, langsam knurrt der Magen beim Anblick der Menükarten für Lunch und Abenddinner und wer es richtig britisch stilvoll zelebrieren möchte, tut sehr gut daran, sich rechtzeitig einen Platz im Queens Room für die tägliche Teezeremonie zu sichern. Man nimmt sich am besten ein Buch mit und vertreibt sich die Wartezeit mit Lesen und Leute-gucken.

    Dann werden zum Tee die Tische fein eingedeckt, leckerer Tee wird serviert und dazu allerlei feinste Kleinigkeiten – von kleinen Sandwiches bis zu winzigen Törtchen und zu guter Letzt die britischte aller Beilagen zum Tee: Lauwarme Scones (kleine Teebrötchen) mit Clotted Cream (Sahnebutter) und englischer Marmelade – ein Gedicht…. Auf jeden Fall ausprobieren!

    Allerdings gibt es ja abends schon wieder sehr leckeres Abendessen,  aber morgen ist ja auch noch ein Tag!


  3. Tag

    Am dritten Tag erreicht unsere Queen morgens Oslo – die Hauptstadt Norwegens begrüßt das Schiff mit trockenem Wetter und später schönstem Sonnenschein – wieso hatte ich eigentlich Sorge wegen des Wetters? Ach ja, in Hamburg war es bedeckt.

    Oslo liegt am Ende des Oslofjordes und erstreckt sich in einer weitläufigen Runde ums Wasser, am Ufer liegen alte Lagerhäuser, die heute moderne Ladenzeilen und Wohnungen beherbergen, das Nobelmuseum sowie das Rathaus mit seinem schön bepflanzten Platz davor und die Festung Åkershus, wo nach wie vor eine Garnison stationiert ist, daran angeschlossen die Altstadt Oslos – Christiania. Natürlich auch Hafenzonen, in denen kleine Fähren zu Schaäreninseln ablegen und große Fähr- und Containerschiffe ihre Ladung löschen.

    Ebenfalls am Wasser liegt das neue Opernhaus, das mit einer sehr auffälligen Architektur beeindruckt und Spaziergänger zum Ausruhen auf dem Dach einlädt.

    Etwas entfernt liegt die Fußgängerzone mit der Karl-Johans-Gate, an der sich das Grandhotel befindet, von dessen Paradebalkon früher die Nobelpreisträger ausgerufen wurden. Auf dem Weg zum Königsschloss passiert man neben allerlei Boutiquen die Universität und das Nationaltheater.

    Auf der grünen Halbinsel Bygdøy befinden sich mehrere maritime Museen, u.a. das Kontikimuseum, das Frammuseum, das Wikingerschiffmuseum und auch Schloss Oskarshall, das heute vom Staat verwaltet wird. Bygdø, die königliche Sommerresidenz der norwegischen Könige, liegt nicht weit entfernt.

    Ein Besuch in Oslo lohnt sich allemal, zumal die Stadt viele schöne Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, wie z.B. den Frøgnerpark, der angelegt wurde, um das Lebenswerk Gustav Vigelands zu präsentieren, des bekanntesten norwegischen Bildhauers, der alle seine Werke dem Land Norwegen vermacht hat oder die Sprungschanze Holmenkollen, die etwas erhöht über der Stadt liegt.

    Bei einer Stadtrundfahrt kann man sich einen sehr guten Überblick verschaffen und die wichtigsten Punkte gut mit dem Bus besichtigen, zu Fuß ist die Stadt doch sehr weitläufig.

    Am Abend ist großer Galaabend – Black & White Ball – bei CUNARD stets im Programm. Wer teilnehmen möchte, darf sich richtig schick machen: Damen in Abendkleidern – nicht nur in Schwarz oder Weiß – schweben durch die Gänge und die dazugehörigen Herren tragen teilweise sogar Smoking – und befinden sich damit in guter Gesellschaft.

    Heute abend wird im Queens Room zum Tanz aufgespielt, und die Paare walzen übers Parkett. Wer keinen tanzwütigen Herrn dabei hat, kann sich bei CUNARD einen ‚borgen‘ – die Reederei stellt sogenannte Gentlemen Hosts, Herren, die für je einen Tanz zur Verfügung stehen und an diesem Abend auch gut in Anspruch genommen werden.

    Wer sich nicht in Schale werfen will, kann (oder muss) ausweichen: das Britannia-Hauptrestaurant, der Queens Room und weitere öffentliche Räume bleiben heute den Galagästen vorbehalten. Alle anderen, die lieber leger bleiben mögen, können an diesem Abend ins Lido-Buffet gehen und durch die langen Kabinengänge wandern. Manche versuchen, an den zugezogenen Vorhängen des Queens Room doch einen Blick aufs Ball-Geschehen zu erhaschen.

    An diesem Abend kann man natürlich die Atmosphäre dieses Galaabends wunderbar einfangen und gleich die Gelegenheit nutzen, ein professionelles Porträtfoto von sich machen zu lassen – ein großes Profi-Foto mit drei weiteren Kleinabzügen kostet inklusive Rahmen keine € 30,00 – ein gutes Angebot, das der Fotograf zu Hause sicher auch nicht günstiger machen kann.


  4. Tag

    Der vierte Tag an Bord ist wieder ein Seetag und die Stunden plätschern dahin, wer es mag, ruht sich aus oder geht evtl. in den SPA-Bereich, um sich dort zu entspannen.

    Ich bin mit den endgültigen Planungen für die Abreise meiner Gruppe beschäftigt und treffe die meisten meiner Gäste zum Abendessen wieder, wo man die Tage noch einmal Revue passieren lässt und die Meinung vieler zusammenfassen kann: Ein schönes Schiff, eine schöne Reise, viel britisches Understatement, die Reise viel zu kurz und daher für manchen geeignet, an eine weitere Tour mit CUNARD zu denken. Also, ich bin gern dabei, die nächste Reise für meine Gäste zu finden.


  5. Tag

    Am letzten Tag legt die Queen Elizabeth am Morgen wieder in Hamburg an, am Grasbrook, dem CUNARD-Terminal in der Hafencity.

    Wir müssen das Schiff nun verlassen und die Heimreise antreten, und unsere Queen Eli, wie ich sie insgeheim getauft habe, wird, nachdem alle Gäste von Bord sind, bei Blohm & Voss zu ihrem regelmäßigen Werftaufenthalt eingedockt und in den folgenden Wochen aufgefrischt. Im Terminal sind alle Koffer aufgereiht, so dass jeder sein Gepäck schnell finden kann.

    Eine wunderschöne Tour ist zu Ende und unser Fahrer empfängt uns mit dem Transferbus direkt vor dem Terminal, um die Gruppe wieder zurück nach Ostfriesland zu bringen.  
mKreuzfahrten Sinning CruiseCenter Leer

Am alten Handelshafen 2a
Leer

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